Sie haben Lücken hinterlassen!

Zum Abschied von Herrn Lehmann und Herrn Fiedler

 

LER 01Es war im Jubiläumsjahr 2008, Mitte Februar,
Da hat im Schulhaus Platz gemacht –
Kaum einer hätte das gedacht –
Reinhard Lehmann im 2. Stock.
Es war für manche wie ein Schock,
Denn er gehörte, wirklich wahr,
Bei uns doch fast zum Inventar.

Aus heit'rern Himmel kam's zwar nicht,
Denn irgendwann, auf lange Sicht,
War sicher dieser Schritt geplant,
Den er dann schließlich hat getan,
Den Schritt hinein in die Pension,
Und nun, seit eineinhalb Jahren schon,
Ist er Mitglied in dem Kreis,
Wo manch and'rer, wie man weiß,
Ausgesprochen wohl sich fühlt,
Doch ab und zu auch ganz gerne wühlt
Tief in der Vergangenheit,
Ein bisschen tun auch wir das heut:

Von München kam er zu uns her,
Damals, Mitte der Siebziger.
Als bei uns noch Josef Baur
Sorgte für die Schiller - Power,
Ging bei Frau Priebe in die Lehre,
Jawohl, da hatte er die Ehre,
Bei ihr zu lernen, zu praktizieren
Und rundherum zu profitieren!

Doch dies war Episode nur,
Denn bald begann die Ochsentour,
Sieben - acht - neun war angesagt,
Als Youngster war er dort gefragt,
Verstärkte unser Hauptschul -Team
Und gab neue Impulse ihm.
Ein Volltreffer war unser Reiner,
Das Wasser reichte ihm fast keiner
Beim Schul - und auch beim Lehrersport,
Ob auswärts oder ob vor Ort,
Beim Skifahr'n, Fuß - und Volleyball,
Reiner war in jedem Fall
Ein echtes Ausnahmetalent,
Ein jeder weiß das, der ihn kennt.

Gab's in der Schule eine Feier,
War Reiner da. Mit Hermann Mayer
Trat dereinst auf er im Duett,
Sogar die Schüler fanden 's nett,
Als er schlüpfte in die Rolle
Des Hausmeisters, eine ganz tolle!
Doch dieses längst nicht alles war,
Er steigerte sich Jahr für Jahr:

Einst im Fasching, ja da kam er
Leibhaftig als der Boandlkramer,
Als Dracula trank er Wiener Blut,
In jeder Rolle war er gut,
doch ein besonderer Genuss
War mehrfach sein Aloisius!

Das waren echte Paraderollen,
Doch eines sollte man nicht wollen:
Zu sehen ihn nur als Komödiant,
Auch and're Seiten sind bekannt,
Denn wer Reinhard Lehmann kennt,
Denkt auch an Feiern im Advent,
An Zöpfl, an so manch' Gedicht,
Rezitiert im Kerzenlicht,
Mit Tiefgang und mit Hintersinn,
Viel Wahrheit steckte immer drin!
Und niemals war ein Beitrag seicht,
Höchstes Niveau wurde erreicht!

LER 02Viele Jahre war er daheim
In den Klassen sieben bis neun.
Wo man die Oberklassen fand,
War sein Revier, das war bekannt.
Das dauerte an die zwanzig Jahr',
Eine schöne Zeit das war.
Doch eines Tag's folgt' er dem Rufe
In eine and're Jahrgangsstufe.

Vielleicht war's gut für's Kräftesparen
Nach vielen anstrengenden Jahren!
Und schließlich war es gar nicht schlecht,
Wenn man Revue passieren lässt,
Was ein Beratungslehrer tut,
Das wissen wir doch nur zu gut:

Neben dem reinen Unterrichten
Einschulen, beraten, fördern, sichten,
Sich fortbilden, intensivieren
Und sich für Schwache engagieren.

So war er rundum ausgelastet,
Und selten wurde nur gerastet,
Das konnten wir in all den Jahren
Immer wieder neu erfahren:
Er hat uns niemals hängen lassen,
Wir konnten immer uns verlassen
Auf sein großes Engagement:
Beim Stundenplan fing es schon an,
Schulspiel, IdE, QA,
Wenn man ihn brauchte, war er da.

Man konnte immer auf ihn zählen,
Wenn's galt, das Richtige auszuwählen
Für eine Feier, für ein Fest,
Ja nicht nur da er hinterlässt
Sichtbar und deutlich eine Lücke,
Vor Augen steh'n uns manche Stücke,
Die meisterlich er hat gegeben,
Wir konnten es gar oft erleben:
Pointen, listenreich versteckt,
Die nicht immer gleich entdeckt,
Denn tiefgründig ist sein Humor,
Manch einer blieb ratlos außen vor.

Doch das gehört einfach zu ihm,
Noch manches mehr käm' mir in den Sinn,
Was wirklich ist unverwechselbar
Und damit einfach wunderbar!

Nun sind es viele Monate schon,
Dass er genießt seine Pension,
Das soll er noch Jahrzehnte können,
Von Herzen wir ihm dieses gönnen!
Schüler, Eltern und Kollegen
Wünschen viel Glück und Gottes Segen!


 

Im selben Schuljahr, am letzten Tag,
Manch' einer es nicht glauben mag,
Hat auch Klaus Fiedler uns verlassen.
Viele konnten es kaum fassen,
Dass seinen Abschied er genommen,
Weil das Alter war gekommen,
Wo man geht in die Pension,
Ein ganzes Jahr ist her das schon!

Klaus Fiedler kam einst aus Hochzoll.
Die Kleinen fanden das ganz toll,
Die von Beginn er faszinierte,
Und nicht nur weil er balancierte
Seine Gitarre auf der Nase,
Sondern weil in jeder Phase
Er sie schlug in seinen Bann,
Ja, das war klar, von Anfang an!

Im Erstunterricht war er zu Haus'
Und dabei stellte sich heraus,
Dass er dort zum Unterrichten
Auf so manches konnt' verzichten,
Was nötig scheint auf den ersten Blick,
Klaus Fiedler hielt sich da zurück,
Fibeln zum Rechnen, Schreiben, Lesen
Waren sein Ding noch nie gewesen,
Mit Arbeitsblättern ging es auch,
Bei Fiedlers war' s schon immer Brauch,
Texte, Buchstaben und Zahlen,
Vorlagen zum Zeichnen, Malen
Selbständig zu produzieren
Und zu Haus' auch zu kopieren.
Der Fundus war stets unerschöpflich
Und fiel er aus einmal ganz plötzlich
War schnell das Richtige gefunden
Dort für die Vertretungsstunden,
Gut sortiert nach rot, grün, blau,
Die Kinder wussten stets genau,
Was wohin zu kommen hat,
Ja, da war so mancher platt.

Und auch der neue Grundschulplan
Der änderte da nichts daran.
Klaus Fiedler fand ihn gar nicht schlecht
Denn ihm kam sie gerade recht,
Die neue vereinfachte Ausgangsschrift
Manchmal es einfach gut sich trifft:
Er brauchte sie nicht lang zu üben,
Er kannte sie ja längst "von drüben"!

1,2, ja, das war sein Revier,
Doch auch in Klasse drei und vier,
In Musik, konnt' man stets seh' n,
Wie er da im Handumdreh ' n
Die Schüler wusste zu begeistern,
Manche sah man sogar meistern
Ohne allzu große Nöte
Schwierige Stücke auf der Flöte,
Ob man spielte im Duett,
im Trio oder im Quartett,
Ob Keyboard, Gitarre oder Chor,
Klaus Fiedler hatte stets das Ohr,
Zu formen manchen Rohdiamant,
Talente hat er früh erkannt.

FIE 01Die Musik liegt ihm im Blut,
Und das tat unsrer Schule gut,
Denn Klaus Fiedler präsentierte
Mit Technik, die stets auch funktionierte,
Souverän und gut gelaunt
Immer den perfekten Sound.
Bei jeder Feier, jedem Feste
Da unterhielt er uns als Gäste,
Mit Keyboard und Akkordeon
Er gab da an den richt ' gen Ton,
Legte auf der Gitarre los
Und sang gekonnt und ganz famos.

Brauchte man ihn, war er bereit,
Stets ein Garant für Heiterkeit.
Oft schon zu vorgerückter Stunde
Hat unterhalten er die Runde,
Wenn es bei uns was gab zu feiern
Hier in unser' m schönen Bayern,
Das er besingt in einem Song,
Selbstverfasst in Wort und Ton,
Der Schalk ihm oft im Nacken saß,
Die Eingeweihten wissen das,
Und so mancher Kommentar
War treffend, tiefsinnig und klar.

Wie bei manchen anderen auch
War's immer schon bei ihm so Brauch,
Zu feiern mit der Elternschaft
Zu Weihnachten und in der Fasenacht,
Das war für alle ein Erlebnis,
Stets positiv war das Ergebnis.
Bewusst Kontakt wurde gepflegt,
D'rauf großen Wert er hat gelegt!

Fast schon als Psychotherapeut
War Klaus Fiedler stets bereit
Engagiert sich einzubringen,
Wenn' s mal nicht richtig wollt' gelingen,
Schüler zu leiten und zu führen,
Zu fördern und zu stabilisieren.
Ganz unauffällig, fast beiläufig,
Und dabei doch zunehmend häufig
Hat manch' Malheur er repariert.
Drum Schlimmeres ist nie passiert.
Die Kinder fühlten sich geborgen,
Drum musste niemals man sich sorgen,
Sie waren stets gut aufgehoben,
Das gilt es extra schon zu loben!

FIE 02Schon viele Jahre ist es her,
Als damals komponierte er
Ein Lied, wir haben' s noch im Ohr,
Für unseren gemischten Chor,
Gegen Gewalt, Hass, Krieg und Pein,
Ich denke, "Lasst sie nicht allein"
War damals wichtig, ist' s noch heut,
Denn immer noch gibts Not und Leid,
Gegen das sich' s gilt zu wenden,
Darum darf Unterricht nicht enden
Bei der Vermittlung bloß von Wissen,
Das sollt' man gar nicht sagen müssen!
Von Anfang an hat er's entdeckt,
Es ist nicht nur der Intellekt,
Den es zu schulen gilt beim Kind,
Weil da noch and're Ebenen sind.
Drum ist es wichtig allemal,
Kinder zu fördern emotional,
Es geht um Kopf und Herz und Hand,
Nicht einseitig um den Verstand!
Nur so Erziehung kann gelingen,
Die Botschaft sollt' man vielleicht bringen
Denen da oben, die da denken,
Wir würden zuviel Zeit verschenken,
Wenn neben Deutsch und Mathematik
Wir auch noch Kunst, Sport und Musik
Den Schülern angedeihen lassen
In uns'ren Grund- und Hauptschulklassen.
Klaus Fiedler stets hat dies erkannt,
Drum war er immer der Garant
Dafür, wie man es richtig macht,
Ohne viel Aufhebens, ganz sacht.

Nun ist er also in Pension,
Wir gönnen es ihm sehr, obschon
Wir ihn bei uns schon arg vermissen,
Drum ist es richtig gut zu wissen:
Wenn man ihn braucht, dann ist er da
Mit Keyboard und Harmonika
Beim Gottesdienst, bei jedem Fest,
Darauf sich ganz fest bauen lässt!
Es ist ein ganz besonderes Glück,
Wenn es ihn zieht zu uns zurück,
Um unsere Kinder zu begleiten,
Das ist fast wie in alten Zeiten!

Für all das ganz herzlich danken wir,
Wir haben allen Grund dafür!

Nun wünschen Glück und Gottes Segen
Auch ihm wir alle auf allen Wegen!
Mögen sie oft noch zu uns führen,
Dieser Wunsch ist zu verspüren
Bei Kindern und Kollegium,
Zum Schluss sei jetzt gesagt darum
Nicht "Good bye!" und nicht "Adieu!",
Nicht "Leb wohl!" und nicht "Ade!",
Sondern bewusst "AufWiederseh'n!",
Ich denk', Klaus Fiedler wird's versteh' n!

FIE LER

G. Breunig

   
   
   
   
   
   
   
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