als sie sich am 23. März dieses Jahres zusammen mit ca. 450 Mitschülern und ihren Lehrkräften dort versammelten. Es war aber auch ein besonderer Anlass, der die Kinder und Jugendlichen verschiedenster Nationalitäten und verschiedenster Bekenntnisse in der Lechhauser Kirche zusammenführte, wo sie von Pfarrer Markus Bader begrüßt wurden.

Dieser besondere Anlass wurde allen wieder schlagartig bewusst, als nach dem Eingangslied "What A Wonderful World" als harter Kontrast im Altarraum plötzlich dichter Nebel aufstieg und aus den Lautsprechern unheilverkündende Geräusche drangen, die nichts Gutes verhießen. Als sich dann der Nebel gelichtet hatte, war vor dem Altar - aus Pappkartons gestaltet - ein "großer Trümmerhaufen" zu sehen. Plötzlich war es so leise in der Kirche, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, denn allen war ganz deutlich klar geworden, warum sie eigentlich da waren: Das "Chaos" in der Kirche symbolisierte das schreckliche Erdbeben in Haiti, das für Hunderttausende Tod und Verderben gebracht und Millionen von Menschen in diesem ohnehin schon bettelarmen Land in namenloses Elend gestürzt hatte, darunter auch zahllose Kinder.

Knall Truemmer

Die FolgKatechetenen der fürchterlichen Naturkatastrophe verdeutlichten Schülerinnen und Schüler der Schillerschule bestens vorbereitet von den Religionslehrkräften Michaela Grimminger und Christoph Kusterer - in eindrucksvoller Weise: Wortlos kamen Grundschüler durch den Mittelgang geschritten und zeigten auf Bildern die Auswirkungen des schrecklichen Erdbebens: zerstörte Gebäude, weinende Kinder, das Leben, das sich nur noch auf der Straße abspielen konnte ...
Hauptschüler brachten die Situation vor Ort auf den Punkt mit Plakaten, auf denen Schlagworte wie "zerstörte Träume", "Chaos", "Fassungslosigkeit", "Hoffnungslosigkeit" oder "Hilflosigkeit" standen. Auch Fragen wurden aufgeworfen: "WARUM?" - "Was geht uns das an?" - "Wie soll es weitergehen?"

Um wenigstens einem Teil der von der Katastrophe betroffenen Kinder eine Perspektive der Hoffnung geben zu können, hatte sich die Schillerschule spontan zu einer Spendenaktion zugunsten eines Schulzentrums in Haiti entschlossen, an der sich die ganze Schulfamilie beteiligte und die insgesamt 2700.- € einbrachte. Dieses Schulzentrum - mitten in den Slums von Port-Au-Prince von Salesianerpatres im Rahmen des Projekts "hands together" errichtet - war bei dem Erdbeben völlig zerstört worden, auch viele Kinder und Lehrkräfte waren ums Leben gekommen.

 

 

Schutt hilflos

Um den Überlebenden eine Zukunftsperspektive geben zu können und gleichzeitig ein Zeichen tätiger Nächstenliebe zu setzen, hatte die Schule die Spendenaktion durchgeführt, die mit der alle bewegenden "Solidaritätsfeier" abgeschlossen wurde. Dabei zündeten die Schülerinnen und Schüler „Solidaritätslichter" an, z. B. Lichter der "Anteilnahme" und der "Unterstützung", aber auch Lichter der "Hoffnung" und des "Lebensmutes". Mit der Entzündung eines jeden Lichtes nahm, hervorgehend aus dem ursprünglichen "Trümmerhaufen", mehr und mehr ein "Gebäude des Wiederaufbaus" Gestalt an, bis darauf schließlich das Motto der Spendenaktion zu lesen war: "Solidarität macht Schule".

Nach der Scheckübergabe durch Rektor Georg Breunig an Salesianerpater Christian Liebenstein, der eigens zur Solidaritätsfeier aus München angereist war, überraschte dieser Schüler und Lehrkräfte mit einem "Millennium-Goal-Ball", auf dem die sog. "Millenniumsziele" aufgedruckt sind, formuliert von Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern.

scheck Ball

Eines dieser Ziele heißt „Develop a global partnership ". Dass dieses Ziel die Lechhauser Schillerschule schon seit vielen Jahren verinnerlicht hat und bewusst anstrebt, hat sie schon oft gezeigt und mit der Solidaritätsaktion für Haiti wieder einmal mehr als deutlich bewiesen. Das abschließend in der Kirche gesungene Lied "We Are The World" unterstrich diese Grundeinstellung noch einmal eindrucksvoll und nachhaltig.

PS: Natürlich musste das entstandene "Solidaritätsgebäude" nach der Feier wieder abgebaut werden, aber nur, um postwendend in unserer Aula neu zu entstehen und damit die Erinnerung an diesen besonderen Akt der Solidarität noch lange lebendig zu halten.

Plakat  

M. Gimminger, G. Breunig

   
   
   
   
   
   
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