Gemeinsam für die Zukunft unserer Mittelschüler

Bei den Berufsinformationstagen an der Schiller-Mittelschule ziehen Schule und Wirtschaft am gleichen Strang

Wenn es auch immer noch nicht in ausreichendem Maße registriert und leider häufig auch nicht gebührend gewürdigt und honoriert wird, ist es doch eine unumstößliche Tatsache: Nirgends werden die Schülerinnen und Schüler so umfassend und intensiv auf die Arbeits- und Wirtschaftswelt und auf das spätere Berufsleben vorbereitet wie an der Haupt- bzw. Mittelschule. Das zeigte sich auch in diesem Schuljahr wieder einmal eindrucksvoll an der Schiller - Mittelschule, wo in der Woche vor den Osterferien bereits zum dritten Mal in Folge die traditionellen Berufsinformationsnachmittage stattfanden. An insgesamt drei Nachmittagen standen den zum größten Teil gut vorbereiteten Acht-, Neunt- und Zehntklässlern aus den Regelklassen und aus dem Mittlere - Reife - Zug Vertreter und Vertreterinnen vorwiegend von Lechhauser Betrieben und Unternehmen sowie von berufsvorbereitenden Institutionen ebenso bereitwillig und kompetent Rede und Antwort wie engagierte Mitglieder des Elternbeirats, die über Berufsalltag und Ausbildung praxisnah informierten.

Dabei ging es wie in den Vorjahren am Dienstag vornehmlich um soziale Berufe, am Mittwoch lag der Schwerpunkt auf dem kaufmännischen Bereich und den Dienstleistungen und am Donnerstag stand die breite Palette der gewerblich-technischen Berufe im Mittelpunkt.

Unsere Schulsozialpädagogin Friederike Schneider freute sich besonders darüber, dass die Gesamtzahl der Teilnehmer vornehmlich aus der Lechhauser Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr nochmals angestiegen war, ein Beweis dafür, dass unseren Gästen Mittelschüler nicht nur am Herzen liegen, sondern dass sie durchaus auch deren Engagement, Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit anerkennen. Davon konnten sie sich in diesem Jahr nicht nur in den einzelnen Gesprächsrunden von ca. 45-minütiger Dauer überzeugen, sondern vor allem auch davor bzw, dazwischen. Den Berufsinformationsnachmittagen war nämlich als Vorbereitung auf die sog. Projektprüfung, die ab dem kommenden Schuljahr fester Bestandteil sowohl des qualifizierenden als auch des mittleren Abschlusses sein wird, eine Projektwoche vorausgegangen, die thematisch eng mit dem Angebot und den Inhalten der Berufsinformationsnachmittage verknüpft war (siehe auch eigenen Beitrag extern ).

Am Ende einer Projektarbeit steht stets die sog. Präsentation der Arbeitsergebnisse. Es war schon eine Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen und der Klasse 9M, die in diese Projektarbeit eingebunden waren, ihre "Produkte" nicht nur vor Mitschülern und Lehrkräften, sondern auch vor den Vertretern der teilnehmenden Betriebe und In-stitutionen zu präsentieren, ganz gleich ob es sich dabei um kulinarische Kreationen für den obligatorischen Imbiss handelte, um von den "Technikern" gefertigte "Präsentationsständer" für gedrucktes Informationsmaterial oder um optisch ansprechend und inhaltlich überzeugend gestaltete Plakate mit verschiedenen Berufsbildern bzw. Porträts der teilnehmenden Firmen bzw. Unternehmen.

Unsere Gäste jedenfalls waren beeindruckt: Herrn Axel Lück von der Techniker Krankenkasse z.B. konnte der gelungene Auftritt einer Schülergruppe aus der 8. Klasse des M-Zugs in seiner Meinung nur bestärken, dass M-Schüler durchaus in der Lage sind, mit Realschülern mitzuhalten, und Herr Dirk Jakob von der Firma KUKA war von der Präsentation des KUKA-Firmenspiegels derart angetan, dass er nicht nur die beteiligten Schüler zu einer "exklusiven" Betriebserkundung in sein Unternehmen einlud, sondern die gesamte Klasse 9M, und überdies ankündigte, ein Interview mit ihnen samt Foto über ihre gelungene Arbeit in der nächsten Ausgabe der firmeneigenen Mitarbeiterzeitung platzieren zu wollen.

Dass die Lechhauser Mittelschüler - und das gilt ebenso für ihre "Mitschüler" an den anderen Mittelschulen - trotz ihres Engagements, trotz der teilweise erstaunlichen Leistungsfähigkeit, die insbesondere in den Wochen vor Ostern nicht zu übersehen war, zum Teil nach wie vor allerdings große Probleme haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, ist auch in diesem Schuljahr noch immer traurige Realität. Natürlich fehlt dem einen oder anderen der Antrieb, und es stimmt auch, dass viele Klassenlehrkräfte zunehmend konstatieren müssen, dass es manchem 15-, 16- oder auch 17 -jährigen an der für das Berufsleben nötigen Reife mangelt.

Ebenso richtig ist aber, dass diese Feststellungen auch für viele Realschüler und Gymnasiasten zutreffen - nur befinden die sich nur zum Teil in der Situation, in dieser schwierigen Lebensphase wichtige Weichenstellungen für das spätere Berufsleben bewältigen zu müssen, in der überdies - aus welchen Gründen auch immer - auch die Elternhäuser häufig nicht in ausreichendem Maße Hilfestellung anbieten können. Dass sich das neue Projekt "Übergangsmanagement" dieser Problematik jetzt annehmen möchte, ist sicher ein lobenswertes Unterfangen. Unabdingbar notwendig wäre jedoch eine größere Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler an den Mittelschulen - allerdings nicht in erster Linie von Seiten der Schulen selbst, deren breitgefächertes Engagement weit über das geforderte Maß hinaus am Beispiel der Schillerschule vor Ostern wieder einmal mehr als deutlich wurde, sondern vor allem von Seiten der Gesellschaft und der breiten Öffentlichkeit und nicht zuletzt von Teilen der Wirtschaft, wo - leider - häufig immer noch das Lamento über die zu beklagenden Defizite wesentlich deutlicher vernehmbar ist als das eine oder andere Angebot, eben am Abbau dieser Defizite im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für unsere Jugendlichen aktiv mitzuwirken.

Von den Betrieben und Institutionen, die bei den Berufsinformationsnachmittagen an der Schillerschule "mit von der Partie" waren, wird diese gemeinsame Verantwortung allerdings durchaus gesehen, sonst würden sie nicht in jedem Jahr so zahlreich daran teilnehmen - wofür wir dankbar sind und worüber wir uns sehr freuen.

Im Übrigen haben alle versprochen, auch im nächsten Schuljahrwiederzukommen. Das lässt hoffen und darauf lässt sich ebenso aufbauen wie darauf, dass sich viele Schülerinnen und Schüler auf ihrem Feedbackbogen durchaus eine Ausweitung des Gesamtangebots an den Berufsinformationsnachmittagen wünschen - von mangelndem Interesse oder "Null-Bock-Mentalität" ist da - jedenfalls bei den meisten - nichts zu spüren - im Gegenteil!

G. Breunig

   
   
   
   
   
   
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