Schuldenfalle - nein danke!   content

So lautet die Überschrift für ein Gemeinschaftsprojekt, das von der Stadt Augsburg mit dem Staatlichen Schulamt und verschiedenen Banken ins Leben gerufen wurde.

 

Durch die "Vermittlung und Stärkung von Finanzkompetenz bei Schülern der 6. und 7. Jahrgangsstufen an Augsburger Mittelschulen" sollen im Rahmen der Augsburger Projekte zur Schuldenprävention junge Menschen auf altersgerechte Weise den Umgang mit Geld lernen und für die Problematik "Schulden" sensibilisiert werden.

Die Klasse 6a nahm in diesem Schuljahr an diesem Projekt teil, das aus mehreren Bausteinen besteht. Im Vorfeld beschäftigten sich die Kinder im Fach AWT bereits ausführlich mit dem Thema "Geld und Konsum" und lernten unter anderem, einen Taschengeldplaner zu führen. Auch ein individueller "Wunschlebenslauf" wurde erstellt, der im Verlauf des Projektes immer wieder thematisiert und hinterfragt werden konnte.

Am Projekttag Anfang Februar wurden 3 Stationen durchlaufen. "Auskommen mit dem Einkommen" hieß es im Gebäude des Verbraucherservices der Stadt Augsburg. Die Schüler erfuhren hier zunächst von einer geschulten Mitarbeiterin der Sparkasse einiges über Werbestrategien und ihre Wirkung auf den Konsumenten.

Dann sollten die Kinder schätzen und berechnen, wie viel Geld man sparen kann, wenn man das Pausensandwich selbst zubereitet, anstatt es jeden Morgen, vielleicht noch zusammen mit einer Flasche Limonade, am Kiosk zu kaufen. Neben den zum Teil überraschenden Ergebnissen entstand zudem eine angeregte Diskussion über Billigprodukte, die bezüglich Geschmack und Nährstoffgehalt mit frischen Lebensmitteln verglichen wurden.

Als nächste Station stand die sogenannte "Wärmestube" des Sozialdienstes Katholischer Männer Augsburg e.V auf dem Programm. Da Obdachlose bislang nur sehr undifferenziert wahrgenommen wurden, betraten die Schüler mit gemischten Gefühlen das Gebäude, in dem sich neben Aufenthaltsräumen mit Speiseausgabe auch eine Kleiderkammer, sanitäre Einrichtungen und Übernachtungsmöglichkeiten für Männer befinden. Ein Sozialarbeiter gewährte den Jungen und Mädchen einen Einblick in das Leben eines Obdachlosen und beantwortete ihre interessierten Fragen. So erfuhren sie zum Beispiel, wie es dazu kommen kann, dass jemand Arbeit oder Wohnung verliert und wie ihm dann vom SKM geholfen werden kann. Neben einem regelmäßigen ärztlichen Dienst und einer Postadresse wird hier zum Beispiel auch rechtliche Beratung, vor allem in finanziellen Fragen, angeboten. Tief beeindruckt waren die Schüler von dem breiten Spektrum an Gründen und Ursachen für einen derartigen Lebenslauf, und nicht wenige änderten ihre Sichtweise gegenüber den Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben.

Zurück im Gebäude für Verbraucherservice wurde die Klasse von 2 Rechtsanwälten empfangen, die diese frischen Eindrücke aufgriffen und darauf eingingen, wie man eine Überschuldung frühzeitig vermeiden kann oder was zu tun ist, wenn diesbezüglich Gefahr besteht. Schließlich kam man noch auf das Thema .Facebook" zu sprechen, und so gingen am Ende des Tages die Schüler mit vielen Denkanstößen und Anregungen nach Hause.

Einige Wochen später besuchte eine Fachlehrerin für Hauswirtschaft die Klasse 6a in der Schillerschule, um mit ihr einen "Pausen-TÜV" durchzuführen und Spartipps zu geben, die im täglichen Leben ohne großen Aufwand umgesetzt werden können. Höhepunkt war das eigenhändige Backen von verschiedenen Brötchen, die anschließend mit gesundem und schmackhaftem Belag verzehrt wurden.

Den abschließenden Baustein bildete der Termin mit einem Rechtsanwalt, der mit den Schülern noch einmal alles Wichtige zum Thema "Schuldenprävention" zusammenfasste und offene Fragen klärte. Hier kam auch die
Problematik "Vertragshandy - Ja oder Nein?" zur Sprache. Auch Vor- und Nachteile von Ratenkauf und vermeintlich günstige Angebote zur Kreditaufnahme wurden angeregt diskutiert. Abschließend erinnerte der Anwalt daran, dass man auch unter 18 Jahren in bestimmten Situationen haftungspflichtig sein kann.

Am Ende des Projektes stellten nach einer Rückschau die Schulkinder übereinstimmend fest, dass sie von nun an genauer "hinsehen" wollen - sei es nun bei Angeboten oder Menschen!

Ch. Morbitzer

   
   
   
   
   
   
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