Seit März 2004 bin ich unter der Trägerschaft der gfi (Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration gGmbH) als Sozialpädagogin an der Schillerschule. Seit Mai 2007 wird diese Stelle von der Bundesagentur für Arbeit und der Stadt Augsburg finanziert und nennt sich seitdem eine "Maßnahme der Vertieften Berufsorientierung". Wie der etwas sperrige Name sagt, liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit im Bereich der Berufsvorbereitung, in der Unterstützung und Hilfestellung für die Schüler auf ihrem Weg von der Schule in den Beruf.

Prävention, Kooperation

Selbstverständlich gibt es in diesem Alter noch andere Interessen und Problemlagen als nur die Berufsvorbereitung. Pubertät und Motivation, Konflikte zuhause oder zwischen Schülern bis hin zu Mobbing, Internet und Facebook lassen die Beschäftigung mit der (beruflichen) Zukunft oft in den Hintergrund rücken. Unter anderem holten wir deshalb Frau Schüürmann von die Brücke e.V, für mehrere interessante Präventionsstunden gegen (Cyber-)Mobbing in die 7. Klassen.

Die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern, mit ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihrer jeweiligen Persönlichkeit, ihren Fragestellungen und Problemen ist immer wieder spannend und interessant, konnte jedoch nur gelingen dank der guten Zusammenarbeit und regelmäßigen Absprache mit Schulleitung, Lehrerkollegium und allen anderen, denen die Schüler wichtig sind. Hierzu gehören neben den jeweiligen Klassenleitungen insbesondere die Menschen in den anderen Unterstützungsangeboten an der Schule: die Beratungslehrerin, die Berufseinstiegsbegleiterin, die Berufsberaterinnen, die Mitarbeiter von "power (me)", der "passgenauen Vermittlung" und des Integrationsfachdienstes, von "fit für school", AsA, der ,,2. Chance", Erziehungsbeistände und Familienhelfer und die beiden neuen JaS-Fachkräfte. Über diese professionellen Helfer hinaus waren und sind ganz besonders wichtige Partner meiner Arbeit immer die Eltern.

Werkstatt-Praktikum und andere Angebote

Im Rahmen der vertieften Berufsorientierung erhielten die Schüler und Schülerinnen - schwerpunktmäßig ab der 7. Klasse - Anregung und Hilfe für die Zeit bis zum Schulabschluss und bei der Suche nach geeigneten beruflichen Perspektiven, vorrangig bei Berufswahl und Bewerbung. Neben regelmäßigen Angeboten wie

  • Einzel- und Gruppengespräche zur Berufsorientierung
  • Hilfe bei der Praktikums- und Lehrstellensuche und Praktikumsbetreuung
  • Bewerbungsunterstützung und Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche u. ä.
  • Schulsprechstunden der Berufsberatung
  • Rat und Hilfe bei der Suche nach geeigneten Überbrückungen, wenn keine Ausbildung zu finden war

fanden wieder eine Reihe unterschiedlicher Projekte statt:

  • Erkundungs- und Rechercheprojekte zu Berufen
  • Informationsfahrten zu Berufsschulen und Berufsfachschulen, zur fitforJob-Messe
  • Betriebserkundungen (Bäckerei Wolf, Segmüller, Kuka)
  • BIZ-Besuche für alle 8. Klassen und die 9M, um das Angebot der Berufsberatung kennenzulernen und zu nutzen
  • Informationen von der Beratungslehrerin der FOS für die Schüler von M9 und M10
  • Aufklärung über notwendige Versicherungen für Berufsanfänger von Krankenkassen

An den drei Berufsinformationsnachmittagen im April extern kamen Ausbilder von Schulen und aus Betrieben an die Schule und informierten die Schüler der 8. und 9. Klassen über Berufe, Anforderungen und Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Ein Elternabend zu Berufswahl und Bewerbung mit der Berufsberaterin fand im März statt, im Juni ein Abend zur Berufsorientierung für die Eltern der 7. Klassen. Diese sollten dazu beitragen, die familiäre Unterstützung der Schüler im Berufswahl- und Bewerbungsprozess zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule zu vertiefen.

Schließlich das Werkstatt-Praktikum: Die Schüler der 7. und 8. Regelklassen verbrachten jeweils zwei Tage in den Werkstätten des Beruflichen Fortbildungszentrums (bfz) gGmbH und lernten dort die Bereiche Metall, Holz, Elektro- und Installationstechnik, Fliesen/Mosaik, Trockenbau, Kosmetik und Körperpflege sowie den Hotel- und Gaststättenbereich kennen. Eine gute Gelegenheit, sich rechtzeitig vor dem Betriebspraktikum konkret über Interessen und Neigungen klarer zu werden.

F. Schneider Dipl. Soz. Päd. (FH)

   
   
   
   
   
   
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