Was hatte es mit solch "unschulischen" Aktivitäten auf sich?

Bei den Schülern handelte es sich um Achtklässler, beim Projekt um einen Fähigkeitenparcours, der unter Leitung der Sozialpädagogin Friederike Schneider stattfand. Im Rahmen der Berufsorientierung konnten sich die Schüler an diesem Schultag über ihre Neigungen im Klaren werden. An insgesamt acht verschiedenen Stationen hatten sie die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Hinblick auf bestimmte Berufsfelder auszuprobieren.

Und Ausprobieren ist wirklich wörtlich gemeint. Es gab u.a. handwerklich ausgerichtete Stationen, wo Drahtfiguren und Anhänger angefertigt werden mussten. Hier konnten nicht nur handwerkliche und gestalterische Talente sondern auch Eigenschaften wie Geschicklichkeit, technisches Verständnis und Durchhaltevermögen überprüft werden.Auf einer Unfallstation konnte das Verhalten gegenüber hilfsbedürftigen Patienten gespielt werden. In der Rolle eines Personalchefs sollten die Jugendlichen sich auf grund von Bewerbungsmappen für einen Auszubildenden entscheiden. An der Büro-Station lösten die Schüler unterschiedlichste Aufgaben, die in Verwaltungs- und Büroberufen anstehen. In der Snackbar "Zum Schiller" schlüpften die Schüler in die Rollen von Kunden und Servicepersonal. Letzteres konnte seine Aufgaben nicht immer zur Zufriedenheit der "Kunden" erfüllen. Aber es gab durchaus auch Kritik am Benehmen der Kunden! Wichtige Eigenschaften, die im Beruf gebraucht werden, wurden dabei getestet und bewusst gemacht. Da es im Beruf heute besonders auf Teamarbeit und den Umgang mit Kollegen ankommt, stand zu Beginn ein Kooperationsspiel auf dem Plan: Es wurde eine Aufgabe gestellt, die von der Gruppe gemeinsam zu lösen war. Für die Schülerinnen und Schüler der Schiller-Schule bestand in diesem außergewöhnlichen Rahmen die Chance, Kooperation zu üben und persönliche Vorbehalte zu überwinden.

Manche Jugendlichen hatten dabei echte Aha-Erlebnisse wie etwa "Nein, verarzten möcht' ich lieber niemand, das ist mir zu nervig!" oder "Wenn immer einer alles bestimmen will, kann man doch nicht im Team arbeiten!", "Also in einem Restaurant möchte ich lieber nicht arbeiten, wenn die Kunden so anspruchsvoll sind!" und "Oh, da braucht manja Mathe!".

Betreut wurden die Stationen von Frau Anstätt und Herrn Schreiner, den Klassenleitern der beiden Klassen, sowie den sehr engagierten Fachlehrern Frau Huber, Frau Thaller und Herrn Ecker1. Hinzu kamen drei Kolleginnen und Kollegen von Frau Schneider, wie sie Schulsozialarbeiterlinnen an Hauptschulen und angestellt bei der gfi Augsburg. Aus dem Kreis der gfi-Pädagogen stammt auch Idee und Konzept für diesen Fähigkeitenparcours.

Dass der Tag ein Erfolg war, zeigten die Schülerreaktionen: Sie reichten von "Eigentlich hat mir fast alles gefallen" und "So was könnten wir viel öfter machen und dann könnten wir noch mehr ausprobieren!" bis zu "Das mit dem Metall war vielleicht anstrengend!". Und für viele Schülerinnen und Schüler gilt: "Jetzt weiß ich echt mehr über meine Fähigkeiten!" Noch Monate später wirkte der Tag nach: "Die Snackbar mit Service und Verkauf hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich mir jetzt überlege, ob ich nicht Restaurantfachfrau werden soll."

Erfahrungen, die man selber macht, bringen oft mehr als viele wohlgemeinte Ratschläge von anderen Leuten. Der Fähigkeitenparcours war in den Augen von Schülern und Lehrern ein voller Erfolg und - wie die Reaktionen zeigen - aufschlussreich für die Berufswahl Die beteiligten Lehrer sprachen sich - trotz des großen Aufwandes - dafür aus, die Veranstaltung im kommenden Schuljahr wieder durchzuführen. Geplant ist die Zeit nach den Allerheiligen¬Ferien, bevor die ersten Betriebspraktika stattfinden.

Faehigkeiten

Friederike Schneider

   
   
   
   
   
   
© 2012 Schillerschule Augsburg-Lechhausen Alle Rechte vorbehalten.