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Es gibt nicht den Juden, genausowenig wie es den Deutschen gibt", erinnert Josef Strzegowski die Schülerinnen und Schüler aus der 5. und 6. Klasse.

Besuch aus der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg

 

KultusgemeindeEs gibt nicht den Juden, genausowenig wie es den Deutschen gibt", erinnert Josef Strzegowski die Schülerinnen und Schüler aus der 5. und 6. Klasse. Er ist von der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg und in unserem Evangelischen Religionsunterricht zu Gast.

Er hat eine Menorah mitgebracht, einen siebenarmigen Leuchter, der an den Leuchter im Tempel in Jerusalem erinnern soll.

Auch eine kleine Ausgabe der Tora, der Schriftrolle mit den fünf Büchern Mose, hat er dabei, um sie den Kindern zu zeigen. Die Schriftzeichen auf der Rolle können die Schülerinnen und Schüler nicht entziffern. Die Worte sind in hebräischen Schriftzeichen geschrieben. Wie diese Sprache klingt, hören die Kinder, als er einen hebräischen Text aus dem Gebetsbuch vorliest. Sie staunen nicht schlecht, als sie erfahren, dass Kinder in ihrem Alter vor ihrer Bar Mitzwa (vergleichbar mit der Konfirmation bei uns Evangelischen) bereits Hebräisch lernen müssen. Ein Schüler hakt nach: "Was passiert, wenn ein Kind nicht lernen möchte?" Daraufhin antwortet unser Gast: "Keiner muss; aber dem Kind entgeht dann viel. All die Texte in der Tora kann es dann nicht richtig verstehen."

Herr Strzegowski hat auch eine christliche Bibel dabei. Er schlägt das Vaterunser in Lk 11 auf. Diese Worte sind uns Christen bekannt. Was einige vergessen, ruft unser jüdischer Gast in Erinnerung: "Das Vaterunser ist ein jüdisches Gebet. Die Jünger Jesu und Jesus selbst waren Juden."

Er lädt uns herzlich ein, uns die Augsburger Synagoge zu zeigen. Alle sind begeistert und eine Schülerin meint gleich: "Bitte nicht am 7.4.! Da bin ich nicht da." Einen Besuch in der Synagoge will sich keiner entgehen lassen.


Den Austausch und die Begegnung findet Herr Strzegowski sehr wichtig. Das helfe, Antisemitismus abzubauen, der leider wieder merklich zunehme, meint er. Dabei wäre nur daran zu erinnern, dass wir alle an einen Gott glauben. "Wir sagen es nur anders, so wie in unterschiedlichen Sprachen", ergänzt daraufhin ein Schüler. Herr Strzegowski greift diesen Gedanken auf: "Ja, ob wir ,Grüßgott', ,Shalom' oder ,as-salämu alaikum' sagen, wir meinen doch das Gleiche: ,Friede sei mit dir'."

K. Brückner und J. Steensen (Vikar der Kirchengemeinde St. Markus)

   
   
   
   
   
   
   

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