Rektor Breunig beendete seine aktive Dienstzeit

Zum Ende des Schuljahres 2010/2011 beendete Rektor Georg Breunig seine aktive Dienstzeit und wechselte in den wohl verdienten Ruhestand. Seit Beginn der 80er Jahre war er, zunächst als Konrektor und seit 1999 als Rektor mit der Schulleitung betraut.

Die folgende Würdigung - verfasst von S. Gruber -  ist in Ausschnitten dem Jahresbericht 2010/2011 entnommen:

Ein Leben für die Schillerschule

Rektor Georg Breunig verabschiedet sich in den Ruhestand

Wer über 40 Jahre lang in den unterschiedlichsten Aufgabengebieten und Funktionen das Leben einer der renommiertesten Augsburger Volksschulen mitgestaltet hat, verkörpert in seiner Person ein Stück bayerischer Schulgeschichte. Zwischen der Aufbruchstimmung der Hauptschule mit ihrer Neuausrichtung auf die speziellen Erfordernisse der Arbeitswelt am Ende der 60er-Jahre des vorigen Breunig4 klJahrhunderts und den endlosen Debatten über die pädagogische Sinnhaftigkeit des dreigliedrigen Schulsystems unserer Tage liegen Welten, und wer bei all den gesellschaftlich bedingten und / oder politisch intendierten Veränderungen der Schullandschaft der letzten Jahrzehnte nicht ins Schlingern geraten, sondern Kurs halten wollte, der brauchte genauso viel Weitblick wie Standvermögen. Über beides verfügt der Mann, der das Schiff Schillerschule bei allen Turbulenzen immer wieder in ruhige See zu steuern vermochte, in überreichem Maße.

Als Georg Breunig im Schuljahr 1970/71 als junger Lehramtsanwärter nach einem ersten Berufsjahr in Unterfranken an die „Schule an der Schackstraße“ kam, fand er hier eine Volksschule vor, an der in der Oberstufe echte Pionierarbeit geleistet wurde. Als eine der neu eingerichteten Modellhauptschulen in Bayern widmete sich die Schule schon damals der Vorbereitung ihrer Schülerinnen und Schüler auf die vielfältigen Anforderungen des Berufslebens in besonderer Weise. Es spricht für die Weitsicht der damaligen Schulleitung, dass sie den jungen Pädagogen schon gleich mit der Leitung einer Abschlussklasse betraute, war diese Aufgabe doch seit jeher nur einem besonders qualifizierten Personenkreis vorbehalten. Der Junglehrer rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen, indem er sich mit vollem Einsatz an der teamorientierten Erprobung neuer Lehrplaninhalte beteiligte und auf dem Unterrichtsgebiet der Arbeits- und Soziallehre rasch zu einem über die Grenzen der eigenen Schule hinaus anerkannten Experten wurde, was sich in seiner frühen Ernennung zum Praktikumslehrer für jedermann sichtbar ausdrückte.

Lange bevor dieser Begriff zum Schlagwort wurde, praktizierte Georg Breunig die ganzheitliche Pädagogik in schierer Selbstverständlichkeit. Ob es sein Engagement im musischen Bereich bis hin zur Begleitung zahlloser Schulveranstaltungen und Schulgottesdienste mit seiner Gitarre war oder ob man sich die mit beeindruckender erzieherischer Nachhaltigkeit in großer Zahl durchgeführten Klassen- und Abschlussfahrten ins Gedächtnis ruft, immer setzte er den Auftrag der Bayerischen Verfassung, wonach die Schulen nicht nur Wissen und Können zu vermitteln, sondern auch Herz und Charakter zu bilden haben, in vorbildlicher Weise um.

Neben seinen vielfältigen pädagogischen Qualifikationen ließ Georg Breunig jedoch auch schon bald sein großes organisatorisches Geschick erkennen. Wenn sich Schüler und Lehrer seit vielen Jahren gleichermaßen über einen rundum perfekten Stundenplan freuen können, dann ist dies in erster Linie das Verdienst seiner tage- und nächtelangen Optimierung, ruhte der schon bald ins Stundenplanteam berufene Lehrer doch nicht eher, bis die immer differenzierter werdenden verpflichtenden Vorgaben und die speziellen Sonderwünsche in einem harmonischen Verhältnis berücksichtigt waren.

Als zu Beginn der 80er-Jahre Stellen in der Schulleitung neu zu besetzen waren, verwunderte es somit niemanden, dass man höheren Orts sofort an Georg Breunig dachte. Nach einer kur­zen Phase als 2. Konrektor rückte er rasch zum 1. Konrektor und damit zum Stellvertreter des Schulleiters auf. Den vielfältigen Herausforderungen, welche sich durch den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel ergaben, stellte er sich in seiner neuen Funktion mit einer Mischung aus Geradlinigkeit und unerschütterlichem Vertrauen in das Gute, das in einem jeden Menschen steckt. Dass das Schulleben der Schillerschule trotz der enormen Zunahme an ethnischer Vielfalt bis zum heutigen Tag vom Bewusstsein einer unterschiedlichste Nationalitäten und Religionen zusammenführenden Gemeinsamkeit getragen wird, ist zuvörderst sein Verdienst.

Einem sich auf so vielen Gebieten bewährenden Konrektor boten sich naturgemäß diverse Möglichkeiten für weiteren beruflichen Aufstieg. Georg Breunig war der Schillerschule jedoch so verbunden, dass er alle diesbezüglichen Angebote ausschlug und sich erst dann für eine Schulleiterstelle bewarb, als es diese im Jahr 1999 an „seiner“ Schule neu zu besetzen galt. Dem Vermächtnis, das ihm sein Vorgänger Werner Greß mit auf den Weg gab, nämlich mit Kreativität die Weiterentwicklung der Schule zu betreiben, ohne dabei Bewährtes über Bord zu werfen, fühlte er sich in seiner nun neuen Aufgabe als Rektor stets verpflichtet.
Ob Georg Breunig bei seiner Amtsübernahme aber bereits eine Vorstellung davon hatte, welche Dynamik die Neuerungen in den nächsten Jahren entwickeln sollten? Die Einführung des Mittlere-Reife-Zugs, der Aufbau einer bedarfsgerechten Mittags- und Nachmittagsbetreuung für Grundschüler, die offene Ganztagsschule für Hauptschüler, die immer enger werdende Zu­sammenarbeit mit dem benachbarten Jugendhaus, die Etablierung und Erhaltung einer schulischen Sozialarbeit, die Sanierung des Schulgebäudes auf Grund nachgewiesener Formaldehydbelastung, die Einbindung der Schule in das soziale und kulturelle Gefüge des Schulsprengels durch die aktive Mitgestaltung innerhalb der Fachbasis Lechhausen und die Organisation diverser Lechhauser Kulturveranstaltungen, die Ausrichtung von Berufsinfomärkten und Berufsinfonachmittagen, die Modularisierung der Lehrplaninhalte, die Neuorganisation der Hauptschule als Mittelschule samt Verbundkoordination … - wohl nie zuvor hatte ein Schulleiter eine solche Vielzahl umwälzender Neuerungen in so kurzer Zeit zu bewältigen. Dass er darüber hinaus noch die Kraft fand, zusätzliche Projekte in den Bereichen Literatur, Film, Kunst und Sport nicht nur zu initiieren, sondern auch zielstrebig voranzutreiben, zeigt einmal mehr seine unermüdliche Einsatzbereitschaft für das Wohlergehen der ihm anvertrauten Schulgemeinschaft.
Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass Georg Breunig bei diesem erdrückenden Arbeitspensum seine allseits so ungemein geschätzte Empathie nicht abhanden kam. Nicht zuletzt auf Grund seiner tiefen Verwurzelung im christlichen Wertesystem fanden Schüler, Eltern und Lehrer nicht nur bei allen schulischen, sondern auch bei persönlichen Problemen stets ein offenes Ohr und ehrliches Mitempfinden. So fällt es denn auch allen Mitgliedern der Schulfamilie, die für Georg Breunigs Lebenswerk tiefste Dankbarkeit empfinden, äußerst schwer sich vorzustellen, dass eine solch fruchtbare pädagogische Laufbahn mit Ablauf dieses Schuljahres wirklich schon zu Ende geht.
S. Gruber
für das Kollegium der Schillerschule

   
   
   
   
   
   
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