Editorial2005/2006

Gelebtes Miteinander

Die Fußballweltmeisterschaft, die zwischen dem 9. Juni und dem 9. Juli dieses Jahres Millionen, wenn nicht Milliarden auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen hat, gehört nun bereits seit einigen Wochen der Vergangenheit an. Und doch wird sie uns höchstwahrscheinlich länger und nachhaltiger in Erinnerung bleiben als manches andere vergleichbare spektakuläre Großereignis zuvor, und das aus gutem Grund. Zum einen ist das darauf zurückzuführen, dass Millionen von Fans vier Wochen lang mit fast südländischer Begeisterung ein friedliches Fußballfest feierten, bei dem sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarbe, Kultur und Religion wirklich "zu Gast bei Freunden" fühlen konnten. Zum anderen liegt das aber auch ganz eindeutig an der großartigen Leistung der deutschen Fußballnationalmannschaft , die ihr viele Skeptiker im Vorfeld nicht zugetraut hatten. Worin das Geheimnis des Erfolges dieser Mannschaft nun wirklich lag, wird man vielleicht nie ganz ergründen, eines jedoch lässt sich mit Sicherheit feststellen: So viel Einsatzbereitschaft und Engagement hatte man lange nicht mehr bei einer deutschen Nationalmannschaft erkennen können, und es bestand einhellig Übereinstimmung darüber, dass der Erfolg - wenn es auch nicht der ganz große Triumph war - vor allem auf den Teamgeist zurückzuführen ist, mit dem alle auf ein großes gemeinsames Ziel hingearbeitet haben.

Warum stellen wir nun diese Betrachtungen in unserem Jahresbericht an, in dem es ja in erster Linie gilt, auf das vergangene Schuljahr zurückzublicken?

Nun, zweifellos lassen sich eine Reihe von Parallelen feststellen. Auch in der Schule kommt es sowohl im Alltag als auch in vielen besonderen Situationen darauf an, einen gewissen Teamgeist zu entwickeln, ohne den viele unserer gemeinsamen Ziele nicht zu erreichen sind. Und dieser Teamgeist war auch in diesem Schuljahr wieder oft ganz deutlich zu spüren.

Abgesehen vom tagtäglich bewusst gelebten Miteinander in den Klassen und irr Kollegium fällt dem aufmerksamen Betrachter dazu eine ganze Menge ein, wenn wir das Schuljahr einmal Revue passieren lassen:

Zunächst muss eines einmal wieder ganz deutlich betont werden: Sehr froh sind wir darüber, dass die zahlreichen Schülerinnen und Schüler aus Grund- und Hauptschule, die unsere Betreuungsangebote nutzen, Tag für Tag in den besten Händen sind - und seit diesem Schuljahr bei Bedarf sogar in den Ferien – herzlich gedankt sei an dieser Stelle dem gesamten Betreuungsteam im Jugendhaus für das große und umfassende Engagement, das wir seit vielen Jahren erleben dürfen!

  • "Sicher zur Schule, sicher nach Hause!" - das Motto ist wohlbekannt, der sichere Schulweg aber keine Selbstverständlichkeit - Dank sei an dieser Stelle neben den Eltern gesagt der Polizei, der Verkehrswacht und dem ADAC, die vor allem unsere radelnden Kinder und Jugendlichen im Blick haben, und - last not least - auch unseren Schülerlotsen, die Tag für Tag zuverlässig ihren wichtigen Dienst tun!
  • Unsere Schüler sollen auf das Arbeits- und Wirtschaftsleben vorbereitet werden - diese Forderung wird zentral im Lehrplan der Hauptschule erhoben. Die Hinführung zur Arbeits- und Wirtschaftswelt kann aber nicht nur im Unterricht erfolgen, dieser muss ergänzt werden durch vielfältige praktische Erfahrungen und Möglichkeiten zur realen Begegnung - dass all dies machbar ist, verdanken wir unseren Kooperationspartnern nicht nur aus der Lechhauser Wirtschaft, "unserem" Berufsberater Herrn Mika und vor allem unserer Schulsozialpädagogin Frau Friederike Schneider, die in den letzten beiden Jahren nicht nur in diesem Bereich unverzichtbar geworden ist.
  • "Gemeinsam gegen Gewalt!" - Aufgeschreckt durch die Vorfälle an einer Augsburger Schule und die Ereignisse an anderen Schulen, hat sich unsere Schülermitverwaltung in diesem Schuljahr intensiv mit dem Thema der Vor-beugung gegen Gewalt jeglicher Art beschäftigt (siehe eigenen Beitrag), wenn auch Gewaltprävention an unserer Schule schon lange zum Prinzip geworden ist - dafür, dass uns dabei in unseren eigenen Bemühungen ASD, "Brücke", Polizei und viele andere Institutionen seit Jahren tatkräftig unterstützen, sei auch in diesem Jahr wieder ausdrücklich und herzlich gedankt!
  • Die beste Gewaltprävention besteht sicherlich darin, dafür zu sorgen, dass unsere Kinder und unsere Jugendlichen erst gar nicht auf "dumme Gedanken" kommen - das Sportsozialprojekt Lechhausen für unsere Hauptschüler leistet seit 10 Jahren einen wesentlichen Beitrag dazu. Deshalb war es uns ein ganz besonderes Anliegen, dieses Jubiläum festlich zu begehen (siehe eigenen Artikel). Mit dem Sport-Sozial-Projekt galt es ein echtes "Miteinander" -Projekt zu würdigen, zu dessen Gelingen seit Jahren die Lechhauser Schulen, die Fachbasis Lechhausen und vor allem die Universität Augsburg beitragen, tatkräftig unterstützt von Sponsoren wie der Max-Gutmann-Stiftung, dem BLSV, der Caritas und der Stadt Augsburg. Allen Beteiligten sei gedankt, nicht nur dafür, dass dieses einmalige Projekt jetzt erfolgreich ins zweite Jahrzehnt starten kann, sondern auch für die eindrucksvolle Gestaltung des Jubiläumstages!
  • Bei aller Bedeutung des Ansatzes der Gewalt-Prävention geht es beim Lechhauser Sportprojekt aber auch noch um andere Zielsetzungen, vor allem um die Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler. Gerade in einer Zeit, wo Krankheiten aufgrund falscher Ernährung und Bewegungsmangel auch schon bei den Jüngeren auf dem Vormarsch sind, ist es wichtig, mit einem breit gefächerten Sportangebot gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen. Und schließlich und endlich macht Bewegung einfach Spaß. Der größte Teil unserer Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 - 10 macht diese Erfahrung regelmäßig in unseren zahlreichen Sportneigungskursen, wo - das sei nebenbei erwähnt - auch in diesem Schuljahr bei Wettbewerben verschiedenster Art schöne Erfolge errungen werden konnten (...).
  • Und wo, so fragen sich jetzt vielleicht viele, bleiben dann bitte unsere Grundschüler, für die das bisher Gesagte doch sicher ebenso gilt? Diese Frage treibt Schüler, Lehrkräfte und Eltern schon seit Jahren um, und daher sin: wir froh, dass in diesem Jahr der "Durchbruch" zur kindgerechten Umgestaltung unseres Grundschulpausenhofes offenbar kurz bevorsteht - mit der Aufstellung eines ersten Sport- und Spielgerätes rechnen wir noch in dieser Herbst. Zu verdanken ist dies den gemeinsamen Anstrengungen des Kollegiums, des Schulverwaltungsamtes und insbesondere unseres Elternbeirats!
  • Und weil wir gerade bei unserem Elternbeirat sind: Vor allem seiner Initiativ und seinem Engagement ist es zu verdanken,
    • dass die Schiller-VS bei ihrer erstmaligen Teilnahme am Sport-Scheck Lauf auf Anhieb den dritten Platz, verbunden mit einer Sachspende im Wert von 300.- €, errungen hat,
    • dass häufiger und regelmäßiger als bisher eine Verkaufsaktion für gesunds Pausenbrot stattfand und
    • dass der Aufruf zur Elternspende zu einem stattlichen Erlös führte, der vielfältiger Weise unseren Schülerinnen und Schülern zugute kommen wir um nur einige der wichtigen Initiativen zu nennen.

Unser Elternbeirat hat gerade in diesem Schuljahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was mit Elternengagement zu bewegen ist - dafür gilt ihm ein ganz herzlicher Dank von Schülerinnen, Schülern, Kollegium und Schulleitung!

  • Zu Beginn unserer Betrachtungen stand ein kleiner Rückblick auf die Fußballweltmeisterschaft. Lange vor deren Beginn hat diese Großereignis aber in unserem Schulhaus bereits seine Schatten vorausgeworfen: Als im Dezember das Spielwerktheater Diedorf mit der Schulpremiere seiner Produktion "Ronaldo, Pink und Superlocke“ an unserer Schule den Startschuss ins WM-Jahr gab, waren die Schülerinnen der Klassen 1 – 4 und alle Besucher restlos begeistert, und nicht nur deshalb, weil es um Fußball ging – in dem Stück steckte weit mehr (...) – dass das Ganze für unsere Grundschüler zu erschwinglichen Preisen über die Bühne gehen konnte, war dem Engagement des Jugendamtes und des Stadtjugendrings zu verdanken - auch diese Veranstaltung bleibt uns als echtes "Miteinander-Projekt" in bester Erinnerung!
  • Vielleicht hat ihn der eine oder andere seit Oktober schon schmerzlich vermisst: unseren "Schiller", der im vergangenen Herbst von seinem Podest herabgestiegen ist, um sich zur "Runderneuerung" in die Steinmetz-Werkstatt zu begeben - auf das "grüne Licht" für die Restaurierung unserer Schillerstatue hatten wir lange warten müssen - nun warten wir noch auf das richtige "Material" zur Sanierung von Kopf und Hand - Fundament und Podest sind bereits vorbereitet. Wenn dann "unser" Schiller hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit seinen neuen Platz neben unserem Haupteingang beziehen wird, wird das wie manches andere ebenfalls den Anstrengungen vieler Beteiligter zu verdanken sein, wobei neben der Steinmetz-Werkstätte Kramer und dem Augsburger Stiftungsamt vor allem auch die Bauinnung .“Elias Holl" das Augsburger Tiefbauamt und - last not least - auch unser Herr Knöferl ausdrücklich zu erwähnen sind.
  • Was uns in diesem Schuljahr allerdings am meisten beschäftigt, ständig in Atem gehalten und mit großer Sorge erfüllt hat, ist die ungewisse Zukunft der Schulsozialarbeit und damit der Stelle unserer Frau Schneider. In beispielhafter Weise kämpft seit fast einem halben Jahr die ganze "Schulfamilie" um die Fortführung ihrer so eminent wichtigen Arbeit (siehe eigenen Beitrag), von namhaften Vertretern der Stadt Augsburg und dem Trägerverein, der gfi Augsburg mit allen zur Verfügung stehenden Kräften bestens unterstützt. Der Kampf um Frau Schneiders dringend gebotene Weiterbeschäftiqung hat Kollegium, Schülerinnen und Schüler sowie die Elternschaft ganz nah zusammenrücken lassen.

Dass dieser Kampf letztendlich erfolgreich bestanden werden kann, steht an erster Stelle unserer Wünsche zum Ende dieses Schuljahres. Darüber hinaus darf ich verbunden mit einem herzlichen Dank für die geleistete erfolgreiche Arbeit der ganzen Schulfamilie - Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Verwaltungs- und Hauspersonal sowie allen Eltern - wünschen, in den hoffentlich erholsamen Sommerferien neue Kraft zu tanken, um im September mit Elan und Schaffenskraft ins neue Schuljahr starten zu können, das mit Sicherheit wieder viele neue Herausforderungen bereithalten wird.

G. Breunig

   
   
   
   
   
   
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