Editorial2003/2004

Ende gut - alles gut

Das Schuljahr 2003/2004 wird wohl allen Mitgliedern der Schulfamilie der Schillerschule lange in Erinnerung bleiben, begann es doch wie das Schuljahr 2002/2003 geendet hatte: in drangvoller Enge!

Seit Juni 2003 hatten Schüler und Lehrkräfte enger zusammenrücken müssen, nachdem wegen zum Teil deutlich erhöhter Formaldehydwerte im gesamten Neubau alle Klassen kurzfristig im Altbau der Schillerschule untergebracht worden waren.

Es folgten lange Monate eines manchmal zähen Ringens um die bestmögliche Lösung unseres Schadstoffproblems, bis Ende November die dringend erforderlichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in Angriff genommen und im Februar endgültig zum Abschluss gebracht werden konnten (...).

Anfang März wurde dann in sämtlichen seit Ende Juni gesperrten Klasszimmern und Fachräumen endlich der Unterrichtsbetrieb wieder aufgenommen, Physik-, Musik- und Handarbeitssaal standen wieder für den Fachunterricht zur Verfügung und auch unser neuer zweiter Computerraum konnte "in Betrieb gehen". Darüber hinaus erstrahlt seit der Schuljahresmitte unser Neubau in neuem Glanz, wurden doch gleichzeitig mit den Sanierungsarbeiten in allen Räumen und Fluren die Beleuchtungskörper ausgetauscht und im gesamten Trakt die seit langem erforderlichen Malerarbeiten durchgeführt.

Dass nach einer langen "Durststrecke" ein derart enormer Kraftakt gelingen konnte, ist in erster Linie der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit der gesamten "Schulfamilie" der Schillerschule mit den Verantwortlichen der Stadt Augsburg zu verdanken, die trotz prekärer Finanzlage die dringend notwendigen Maßnahmen auf den Weg gebracht haben.

Diesen gemeinsamen Erfolg galt es natürlich gebührend zu würdigen, und so konnten wir am "Tag der offenen Tür" dann auch ganz offiziell unseren sanierten und renovierten Neubau "einweihen" (...).

Wir alle sind sehr froh darüber, dass die scheinbar "unendliche Geschichte" der Schadstoffproblematik in unserem Neubau letztendlich ein gutes und glückliches I Ende gefunden hat und wir uns seit dem "Wiedereinzug" in den Neubau verstärkt und intensiver als zuvor möglich den "ganz normalen" Herausforderungen stellen können, mit denen sich die Schule in diesen Zeiten konfrontiert sieht.

Einige dieser Herausforderungen möchte ich ein wenig näher skizzieren:
Da ist zunächst der neue Lehrplan für die Hauptschule, der den bisherigen seit 1997 gültigen ablöst - schon an der relativ kurzen Zeitspanne zwischen der Einführung des "alten" und des neuen Lehrplans ist abzulesen, welch schneller Wandel sich vollzieht, dem Schule dann letztendlich Rechnung zu tragen hat. So wird das wichtige Fach Arbeitslehre - im neuen Lehrplan heißt es jetzt Arbeit - Wirtschaft - Technik - ab dem nächsten Schuljahr bereits in den Lehrplan der 5. Klasse Einzug halten, offiziell wird es das neue Unterrichts- und QA-Fach Buchführung (bei uns schon seit zwei Jahren erprobt) geben, und auch die Lerninhalte für den M-Zug (an unserer Schule seit 1999 angesiedelt) wurden neu konzipiert. Die Vorbereitungen auf die Arbeit mit dem neuen Lehrplan sind bereits voll angelaufen, so dass wir der Umsetzung ab dem nächsten Schuljahr mit Gelassenheit entgegensehen können.

Immer wieder und zunehmend häufiger spielt in den Medien das Thema "Gewalt in der Schule" eine Rolle, ein Problem, dessen sich auch unsere Schule mit großem Ernst annimmt, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf dem Bereich der Prävention liegt. Zahlreiche Maßnahmen und Angebote ließen sich hier auflisten, z. B. die Unterrichtssequenz "Gewalt fängt im Kleinen an" für unsere Grundschüler oder die traditionellen Projekttage der 7. Klassen, immer in enger Zusammenarbeit mit inner- und außerschulischen Kooperationspartnern. Besonders wichtig sind jedoch gerade auch in diesem Bereich die tagtäglichen beharrlichen Bemühungen aller unserer Lehrkräfte, die neben den beschriebenen Präventionsmaßnahmen hauptsächlich und entscheidend dazu beitragen, dass "Gewalt in der Schule" bei uns - Gott sei Dank - nur am Rande eine Rolle spielt.

Weitaus größere Sorgen bereitet uns dagegen ein anderes Phänomen, nämlich die absolut unbefriedigende Versorgungssituation unserer Schulabgänger. Dass bei Redaktionsschluss von unseren 56 Neuntklässlern und 25 M-10-Absolventen trotz zum Teil sehr erfreulicher Leistungen bei den Abschlussprüfungen weit weniger als die Hälfte einen Ausbildungsvertrag hatte, muss uns alle zutiefst beunruhigen. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass unsere Schule - und hier vor allem in Zusammenarbeit mit vielen "gleichermaßen Beunruhigten" innerhalb der Fachbasis Lechhausen - nichts unversucht lässt, ihren Beitrag zur Entschärfung der bedrohlichen Lehrstellensituation zu leisten, wobei ich allen voran unsere Schulsozialpädagogin, Frau Friederike Schneider, nennen möchte, die glücklicherweise seit 1. April 2004 die lange vakante Stelle im Bereich der Schulsozialarbeit an unserer Schule wieder eingenommen hat (...).

Verschwiegen werden soll an dieser Stelle nicht, dass Zweifel angebracht sind, ob bei der Fülle der wichtigen Aufgaben, die zu leisten sind und viele Lehrkräfte jetzt schon teilweise bis weit über ihre Belastungsgrenze hinaus beanspruchen, eine Arbeitszeiterhöhung ab dem nächsten Schuljahr wirklich eine richtige und mit viel zusätzlichem Zeit- und Kraftaufwand verbunden war, etwas mehr EIterninteresse registriert hätte werden können.

Entmutigen werden wir uns dadurch jedoch keineswegs lassen, vor allem weil wir wissen, dass unsere gemeinsamen Bemühungen zum Wohle unserer Schüler und Schülerinnen letztendlich doch sichtbare Früchte tragen. Das lässt sich am besten an dem Lob ablesen, das unsere Schule immer wieder "von außen" erfährt, von der Geistlichkeit über den Schulfotografen bis hin zur Lechhauser Wirtschaft, wobei nicht nur das angenehme Schulklima hervorgehoben wird. Besonders gefreut hat uns in diesem Zusammenhang, dass kurz vor Schuljahresende ein renommierter Lechhauser Betrieb trotz einer Flut von Bewerbungen gezielt nach einem zukünftigen Auszubildenden aus den Reihen unserer Schulabgänger gefragt hat, weil man schon in den Vorjahren mit Absolventen unserer Schule gute Erfahrungen gemacht habe.

Nicht nur, aber eben auch auf Grund solcher "Feedbacks" sehen wir uns in unserem pädagogischen Kurs bestätigt und ermutigt.

So gibt es auch in diesem Jahr wie schon in den vorangegangenen allen Anlass optimistisch in die Zukunft zu blicken. Bevor wir aber dann die künftigen Herausforderungen mit Schwung und Elan in Angriff nehmen werden, darf ich am Ende eines wieder einmal ereignisreichen Schuljahres allen Schülerinnen und Schülern, allen Lehrkräften, dem Haus- und Verwaltungspersonal sowie allen Eltern wohlverdiente geruhsame und erholsame Ferientage wünschen!

G. Breunig

   
   
   
   
   
   
   
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