Editorial2002/2003

Schule in Bewegung

Zum zweiten Mal hintereinander startete die Schillerschule im September 2002 mit der Rekordzahl von insgesamt 26 Klassen und weit über 600 Schülern in ein neues Schuljahr - eine "Konstante auf hohem Niveau", wenn auch bei weitem nicht die einzige, wenn man nach Parallelen zu früheren Schuljahren sucht.

So war es trotz vielfältiger Engpässe - wie auch im Elternbrief zu Beginn des Schuljahres schon betont - ein weiteres Mal gelungen, nicht nur den Unterricht in den Pflicht- und Wahlpflichtfächern sicherzustellen, sondern darüber hinaus sowohl eine breitgefächerte Palette an Wahlfächern und Arbeitsgemeinschaften anbieten zu können als auch dem wichtigen Bereich der individuellen Förderung mit einer großen Anzahl entsprechender Kurse den gebührenden Stellenwert zukommen zu lassen. Bezieht man unsere Arbeitsgemeinschaften und Schüleraktivitäten mit sozialer Ausrichtung ein - hier ist in erster Linie an unseren Schulsanitätsdienst , die Schülerlotsen und die Streitschlichter zu denken, können wir festhalten, dass an unserer Schule - allerdings nicht erst seit diesem Schuljahr - vielen Forderungen Rechnung getragen wird, die nach Bekanntwerden der Ergebnisse der PISA-Studie (wieder) verstärkt in den Mittelpunkt der bildungspolitischen Diskussion gerückt sind. Um die Integration unserer Schülerinnen und Schüler aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern und Kulturräumen und die damit eng zusammenhängende Förderung und Verbesserung der Sprachkompetenz geht es dabei ebenso wie um die besondere Schwerpunktsetzung im musisch-emotionalen Bereich, um die Vermittlung sozialer Kompetenz und um die immer wichtiger werdende Werteerziehung im umfassenden Sinne. Ganz bewusst einbezogen werden in diesem Zusammenhang nicht erst seit diesem Schuljahr auch Aktionen, deren Erlös jedes Jahr um die Weihnachtszeit unseren Partnerschulen in verschiedenen Teilen der so genannten "Dritten Welt" zugute kommt, oder die Beteiligung unserer Schülerinnen und Schüler an der alljährlichen Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, um nur einige Beispiele zu nennen.

Eine weitere wichtige Konstante stellt unsere Mittags- und Nachmittagsbetreuung für Grundschüler dar, die nun schon seit vier Jahren zuverlässig und höchst effizient unter der Trägerschaft des Stadtjugendrings in den Räumen des benachbarten Jugendhauses Lechhausen stattfindet (...).

Ebenso fast schon zur Tradition gehören die Projekttage für unsere siebten Klassen sowie der sog. Berufsinfomarkt für unsere Neuntklässler in Zusammenarbeit mit der Goetheschule und der Fachbasis Lechhausen im Oktober.

Wenn man allerdings die letzten elf Monate Revue passieren lässt, ist festzustellen, dass dieses Schuljahr doch auch vielfältige Veränderungen und Neuerungen mit sich gebracht hat.

  • So gibt es seit Oktober - ebenfalls angesiedelt im Jugendhaus - auch die sog. "Ganztagsbetreuung für Hauptschüler", die neben den bekannten Betreuungs- und Hilfsangeboten u. a. auch eine gezielte Vorbereitung auf den qualifizierenden Hauptschulabschluss beinhaltet.
  • Der neue Grundschullehrplan ist in diesem Schuljahr in der zweiten Klasse "angekommen". Äußeres Zeichen dafür ist nicht zuletzt die "Vereinfachte Ausgangsschrift", die in zahlreichen Klassenzimmern der Grundschule u. a. den Tafelanschriften ein "ganz neu es Gesicht" gibt.
  • Um bei der Grundschule zu bleiben: Erstmals in diesem Schuljahr wurden in der dritten Jahrgangsstufe sog. Orientierungsarbeiten in den Bereichen Lesen, Sprachbetrachtung/ Rechtschreiben und Mathematik durchgeführt, die wie die schon seit längerem verbindlichen Tests in den Fächern Mathematik und Deutsch der 7. und 8. Klasse der Hauptschule in erster Linie diagnostische Funktion haben. Ziel ist es, Aussagen treffen zu können, über welche Fähigkeiten Schüler verfügen und wo individueller Förderbedarf besteht.
  • Und noch eine Neuerung, die die Grundschule betrifft: Auch unsere Schuleinschreibung wurde in diesem Schuljahr erstmals völlig neu gestaltet, wobei der wichtigste Unterschied zu früher darin bestand, dass unsere zukünftigen Erstklässlerinnen und Erstklässler zum ersten Mal in kleinen Gruppen so richtig "Schule spielen" durften (...)!
  • Schließlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass vor allem unsere Grundschüler im Bereich der "Ersten Hilfe" heuer zum ersten Mal versuchten, in die Fußstapfen der Hauptschüler zu treten: Der Schulsanitätsdienst der Hauptschule fand seine Entsprechung in der Ausbildung vieler Dritt-, Viert- und Fünftklässler zum "Juniorhelfer" - nicht nur unter dem Aspekt der Erziehung zu mehr gegenseitiger Verantwortungsbereitschaft ein weiterer wichtiger Schritt (...)!
  • Aber auch im Bereich der Hauptschule wurde Neuland betreten: Neben der besonderen Leistungsfeststellung zum Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses, der sich insgesamt 102 Schülerinnen und Schüler ( 76 Neuntklässler und 26 sog. Externe) unterzogen, galt es nahezu zeitgleich und über weite Strecken parallel die Abschlussprüfung zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses durchzuführen. Denn zum ersten Mal gab es in diesem Schuljahr zehn Jahrgangsstufen an der Schillerschule - unser M-Zug umfasst jetzt alle Klassen von sieben bis zehn. Und deshalb unterzogen sich an unserer Schule auch erstmals Zehntklässler der Abschlussprüfung zum Erwerb der Mittleren Reife - an anderer Stelle in diesem Jahresbericht mehr darüber!
  • Seit vielen Jahren schon müssen wir damit leben: die Finanzknappheit unserer Heimatgemeinde zwingt - wie fast überall - zum Sparen an allen Ecken und Enden. Und so ist es umso bemerkenswerter, dass es in diesem Schuljahr gelang, mit vereinten Kräften Decken und Gängen in unserem Altbau ein neues, freundliches Gesicht zu geben. Allen, die an insgesamt vier Wochenenden und bei zahlreichen Einzelaktionen an der sichtbaren Verschönerung und "Aufhellung" unserer Flure mitgewirkt haben, sei herzlich gedankt: den Lehrkräften, den Schülerinnen und Schülern - auch ehemaligen, den Eltern, den Mitarbeitern des Schulverwaltungsamtes und - last not least _ unserer Hausmeisterfamilie, die nicht nur für perfekte Organisation, sondern auch an vier Samstagen für den krönenden kulinarischen Abschluss der jeweiligen Verschönerungsaktion gesorgt hat!
  • Organisation war auch gefragt bei der wohl größten "Umzugsaktion" , die unsere Schule je erlebt hat: Nachdem bei Messungen zum Teil deutlich erhöhte Formaldehydwerte in Klasszimmern und Fachräumen unseres Neubaus festgestellt worden waren, zogen insgesamt dreizehn (!) Klassen am Montag nach den Pfingstferien in Klassen-, Gruppen- und Fachräume des Altbaus um, während die schriftlichen Prüfungen zum qualifizierenden Abschluss kurzerhand in unsere Turnhallen verlegt wurden.
  • Nachdem in der Folgezeit auch diverse Materialproben ausgewertet worden waren, wurde von den beteiligten Sachverständigen ein Konzept entwickelt, das es ermöglichen soll, nach den notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu Beginn des neuen Schuljahres oder zumindest bald danach den Unterrichtsbetrieb unter entschieden verbesserten raumklimatischen Bedingungen im Neubau wieder aufnehmen zu können. Um welche Maßnahmen es im Einzelnen sich dabei handeln wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
  • Was allerdings jetzt schon feststeht, ist die Tatsache, dass alle von den genannten Veränderungen Betroffenen in den letzten Wochen des Schuljahres ihr Bestes gaben, um auch unter völlig neuen und ungewohnten Rahmenbedingungen einen reibungslosen und ungestörten Unterrichtsbetrieb zu ermöglichen. Allen Lehrkräften, allen Schülerinnen und Schülern sowie auch in diesem Zusammenhang unserem Hausmeister sei an dieser Stelle dafür ebenso gedankt wie den Verantwortlichen der Stadt Augsburg, deren Bestreben es sofort nach Bekanntwerden der ersten Messergebnisse von Anfang an war, auf eine rasche und für alle zufrieden stellende Lösung hinzuarbeiten!
  • Zum Schluss sei noch daran erinnert, dass - wie auch alle anderen Schulen in Bayern - unsere Schule in diesem Schuljahr ein eigenes Sicherheitskonzept erstellt hat, in dem es neben organisatorischen Überlegungen und den damit zusammenhängenden sicherheitstechnischen Maßnahmen auch um Hinweise zum Verhalten im Notfall geht. An einer Schule kann es damit allein jedoch nicht sein Bewenden haben. Und so nehmen in unserem Sicherheitskonzept pädagogisch-psychologische Überlegungen und damit verbundene verhaltensorientierte Präventionsmaßnahmen einen breiten Raum ein, die hier im Einzelnen allerdings nicht ausführlich dargelegt werden können.
  • Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass in einer "Schule für ein respektvolles und verantwortungsbewusstes Miteinander", als die sich unsere Schule seit Jahren versteht, bestimmte Komponenten eigentlich ebenfalls seit Jahren grundgelegt sind, die auch unter Sicherheitsaspekten eine wichtige Rolle spielen. Einige davon seien genannt:
    • die Vorbildwirkung der Lehrkräfte und die daraus resultierende positive Beeinflussung der Schüler
    • Unterricht und Erziehung, die auch Wert legen auf die Vermittlung sozialer Fähigkeiten und emotionaler Intelligenz
    • die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus
    • die Zusammenarbeit im Bereich der Prävention, wobei sich die Schule auf ein funktionierendes Netzwerk inner- und außerschulischer Einrichtungen und Institutionen verlassen kann

Dass unsere Schule auf dem Gebiet der verhaltensorientierten Prävention trotz gelegentlicher Rückschläge dabei auf einem guten Weg ist, zeigte sich eindrucksvoll u. a. auf unserem diesjährigen Schulfest:

Wenn sich Eltern und andere Besucher vor allem darin einig sind, dass alle am Schulleben Beteiligten - vor allem aber unsere Schülerinnen und Schüler - die Kultur des friedlichen und respektvollen Miteinander sichtbar leben und pflegen, kann das - auch und gerade unter dem Aspekt der Sicherheit - eigentlich nur optimistisch stimmen.

Dass dieser Optimismus auch für die Zukunft berechtigt sein möge, wünscht Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern am Ende eines ereignisreichen Schuljahres und zu Beginn hoffentlich geruhsamer und erholsamer Ferientage.

G. Breunig

   
   
   
   
   
   
   
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