Editorial1998/1999

Als Schulleiter sage ich nun ade

Damit verkünde ich sicherlich keine Neuigkeit, über viele Informationsquellen ist diese Nachricht bestimmt schon bis zu Ihnen vorgedrungen. Leider zwingen mich gesundheitliche Gründe, einige Jahre früher als geplant aus dem Schuldienst ausscheiden zu müssen.

In den letzten Tagen vor Beendigung der aktiven Laufbahn geht es mir nicht anders als vielen Menschen in dieser Situation: Man blickt zwar nach vorne, hat viele Ideen und Vorstellungen von der Gestaltung der Zukunft als Pensionist, doch intensiver und vordergründiger sind eigentlich momentan die Bilder von Erlebnissen, Ereignissen, Begegnungen und Aktivitäten in den vergangenen Jahren. Man versucht an dieser Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt nicht nur einen Schlußstrich, sondern vor allem Bilanz zu ziehen über 40 Jahre im öffentlichen Dienst, davon nahezu 30 Jahre als Lehrer, Seminar- und Schulleiter.

Besonders in den nunmehr 19 Jahren als Rektor an der Schiller-Schule habe ich es mir zur Aufgabe und Zielsetzung gemacht, diese Schule baulich zu gestalten, pädagogisch zu prägen und verwaltungstechnisch zu modernisieren. Vieles konnte ich realisieren, wie die nachfolgende Dokumentation (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und chronologische Auflistung) verdeutlichen wird, manches kam nicht über den Bereich der Wünsche hinaus, weil die finanziellen Resourcen der Stadt Augsburg leider nicht unerschöpflich sind.
Bei der Realisierung meiner Vorstellungen konnte ich fast immer mit dem Verständnis und der Unterstützung von Lehrern, Eltern und Schülern rechnen, manches wollte oder mußte ich aber auch alleine in die Tat umsetzen. Für Anregungen und Unterstützung aus dem Kreis der Kolleginnen und Kollegen oder von Seiten der Eltern war ich immer sehr dankbar, denn jeder sieht die Schule aus einem anderen Blickwinkel, hat eigene Ideen für eine innovative Schulgestaltung. Der Klammervermerk in der folgenden Übersicht soll wichtige Ideengeber bzw. Gestalter nochmals einbeziehen und hervorheben, auch wenn manche bereits nicht mehr der Schule angehören.

1. Bauliche Veränderungen:

  • Lehrerzimmer:
    • Einbauwand für Lehrerbücherei
    • Durchbruch ins Nachbarzimmer
    • Lehrerküche und Schließfächer für Fachlehrer
    • neue Bestuhlung und neue Vorhänge
  • Hartplatz für Sport im Freien
  • Garagen für Hausmeister- und Sportgeräte
  • Schulgarten in der Sportplatzecke (Kühne, Gruber)
  • Schulgarten neben den Garagen mit Teich, Bänken und Sonnenschirmen (Kühne, Gruber)
  • Gestaltung der Garagenfassade (Fruth)
  • Umwandlung des ehemaligen Aufenthaltsraumes in eine Schülerbücherei
  • Einrichtung der neuen Schülerbücherei (Görs / Janovsky)
  • Gangtüre für den Gruppenraum 21 a
  • Auswechslung blinder Fenster im Neubau (Elternbeirat)
  • Bemalung blinder Fenster im Erdgeschoß (Gartner / Stark)
  • grafisch-farbliche Gestaltung am Haupteingang (Gartner)
  • neue Linoleumböden statt alter Teppichböden im Neubau (Elternbeirat)
  • Lehrmittelzimmer in Saal 2 und Gruppenraum
  • Anschlagflächen in den Verbindungsgängen zwischen Altbau Nord und Altbau Süd
  • Beleuchtung Lehrerparkplatz und Fußweg vor der Schule (Elternbeirat)
  • Logo auf der Schackstraße - Achtung Kinder (Elternbeirat)
  • zusätzliche Hinweisschilder an der Schackstraße: Gas weg - Schule (Elternbeirat)
  • Umwandlung des Sprachlabors 10 einen Informatik-Raum (Koller/ Zwetschke / Oberleitner)
  • Bilder im Erdgeschoß bei den Büroräumen und Lehrerzimmer (Fruth)
  • Installation der Vorhangschienen für Bühne (Maxzin)
  • Feste Installation für Video-Übertragung von der Aula in Physiksaal (Maxzin)
  • Renovierung Umkleideräume und Sanitärräume im Turnhallenbereich
  • neuer Anstrich und Glasmosaik für Kellerräume (Schulz)
  • Vollendung Schiller-Denkmal (Maxzin und Sohn)
  • Wandpaneele im Eßzimmer der Schulküche (Zwetschke / Oberleitner)
  • Tischtennisplatte im Hof
  • Austausch der alten Glasbausteine in Turnhalle und Turnraum gegen neue Glaswände
  • neue Linien auf dem Turnhallenboden (der auch noch erneuert werden müßte)

2. Wichtige Anschaffungen:

  • Bühne für Schulspiel, Feste und Feiern
  • Tageslichtprojektoren für nahezu alle Klassenzimmer, Gruppen- und Fachräume
  • Spezieller Tageslichtprojektor, Leinwand und LCD-Display für Informatikraum
  • Keyboards für Instrumentalunterricht
  • Fernseh-und Videogeräte
  • Musikschränke und Orff - Instrumente
  • neue Aufbewahrungsschränke für Chemikalien
  • Raummikrofon und Mischpult für Theater, Feste, Feiern
  • Hängeregistratur und PCs für Büro, Schulleitung, Schülerbücherei und Lehrerzimmer
  • Bistrotische für gesellschaftliche Anlässe
  • Radiorecorder und CD-Spieler
  • Laubblasgerät und Schneefräse für Hausmeister
  • Weichbodenmatte für Hochsprung im Freien (wird leider zu wenig benutzt)
  • Tischbohrmaschinen und Werkzeug für Werkräume I und 11 (da fehlt noch einiges)
  • größere Schülertische und neue Stühle für einige Klassenzimmer, Regale für die GS
  • und eine Menge von Lehr- und Lernmitteln

3. Aktionen / Schulleben / Pädagogische Schwerpunkte

  • Skilager in Wörgl, Trieblings bei Immenstadt, Sonthofen, Unterjoch und Wiedemannsdorf
  • Musische Woche mit Akzenten für Musik, Kunsterziehung und Werken
  • Schulfeste, Faschingsfeiern, Advents- und Weihnachtsfeiern, Frühlings- und Sportfeste,
  • Englischer Abend (Glatter)
  • Weihnachtsbasar für Dritte Welt (Breunig)
  • Osterbasar für Dritte Welt und Anschaffungen von Lehrmitteln (Huber / Otta)
  • Abschlußfahrten, Ski-und Wanderwochenenden für Lehrer auf der Otto-Hellmann-Hütte
  • 25-Jahr-Feier
  • Autorenlesungen mit Th. Weißenborn, Georg Noack, Carl Rice und Tilde Michels (Rosentritt-Brunn)
  • Mitgestaltung der Einweihung der Lechbrücke (Fiedler)
  • Karriere im Handwerk und Arbeitsplatzbörse (Breunig)
  • Heimat bewußt erleben
  • Musischer Abend mit Spiel, Musik, Tanz und Gedichten
  • Betreuung von Gästen aus Japan, England, Ungarn und Israel
  • Schüleraustausch mit Ungarn (Kühne)
  • Gastspiele von Spielwerk Walkertshofen
  • Einführung von Jahresberichten
  • Ehrung aktiver Schüler am Schuljahresende
  • Informationsabende für Eltern der 1. Klassen / Begrüßung der Erstkläßler
  • Informationsabend zur Fächerwahl (wegen fehlender Nachfrage eingestellt)
  • Mittags- und Hausaufgabenbetreuung - Gründung eines Fördervereins
  • Elternbrief Schulanfang
  • PC-Kurs für Eltern (Koller)
  • Informationsabende zu Themen wie
    • Hausaufgaben (Dr. Emminger)
    • gesunde Ernährung (Otta, Huber, Bäckerei Schubert und Cema Augsburg)
    • Linkshändigkeit (Dr. Sattler)
    • Konzentrationsschwächen (Dr. Röbe)
    • Drogen (Drogenhilfe Schwaben)
  • zusätzlicher Sporttag für Lechhauser Schüler (Prof. Dr. Altenberger - Uni Augsburg)
  • Schulsanitätsdienst (Ott / Schreiner)
  • Pauseverkauf ( wieder eingestellt, dafür Milchbestellung)
  • Katalogisierung aller Lehr- und Lernmittel (Goetz / Hauser)

Dies alles konnte nur gelingen, weil

  • die Stadt Augsburg als Sachaufwandsträger immer wieder versucht hat, möglichst große finanzielle Unterstützung aus dem städtischen Haushalt und dem Stiftungsfonds für die Verwirklichung unserer Ideen zu leisten
  • das Kollegium der Schiller-Schule fast ausnahmslos auch für Aktionen außerhalb der Unterrichtszeit zu motivieren war und diese Motivation auf die Kinder unserer Schule übertragen wurde
  • alle Verwaltungsangestellten und unser jetziges Hausmeisterehepaar Zusatzbelastungen stets in Kauf genommen haben
  • die Eltern, vor allem die Mitglieder des Elternbeirats, unsere Ideen und Wünsche aufgegriffen und unterstützt sowie eigene Vorstellungen über Gestaltung von Schule und Schulleben entwickelt haben
  • Sponsoren im Umfeld der Schule oft finanziell eingesprungen sind, wenn die öffentliche Hand den Stadtsäckel allzu fest verschlossen hielt.

Dafür möchte ich an dieser Stelle allen ein ganz, ganz herzliches Dankeschön sagen.

Ich wünsche allen Lehrkräften, Eltern und Schülern in einer nicht ganz leichten Zeit, geprägt von Arbeitslosigkeit, Globalisierung und Technisierung, stets das richtige Fingerspitzengefühl, Optimismus, Mut, Engagement und Durchhaltevermögen bei der Bewältigung der uns allen gestellten Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten, sie zu fördern und zu fordern, Grenzen aufzuzeigen und auch Spielräume für die individuelle Entwicklung zu lassen.

Meinem Nachfolger, wer immer dies auch sein mag, wünsche ich, daß er Bewährtes übernimmt, daß er aber auch mit Kreativität eine innovative Weiterentwicklung unserer Schule betreibt.

W. Greß Rektor 

   
   
   
   
   
   
© 2012 Schillerschule Augsburg-Lechhausen Alle Rechte vorbehalten.