Editorial1997/1998

"Leid"-artikel eines Schulleiters

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Leidartikel

 Schülerträume

Am 20. Mai 1998 feierte die Hauptschule in Pfronten im Allgäu ihr 25-jähriges Bestehen. Als ehemaliger Schulleiter an dieser Schule durfte ich an der Jubiläumsfeier teilnehmen. Ein Programmpunkt unter der Überschrift "Schülerträume" wurde von den Buben und Mädchen selbst ausgedacht und vorgetragen. Diese Wünsche sind nicht regional bezogen, sie werden weltweit geträumt.

Wir Schüler träumen oft von allerlei Dingen:

- dass Hausaufgaben gesetzlich verboten werden
- von einer Schule, die brennt
- von Paukern, deren Auto morgens nicht anspringt
- dass wegen eines Kälteeinbruchs die Schule länger geschlossen werden muss
- und, und, und, .....

Wir wissen, dass diese Träume Hirngespinste sind; aber wir haben auch noch andere Träume, und Träumen ist doch erlaubt, oder?

Ich träume von einer Schule,

- in der Schüler und Lehrer sich wohl fühlen, in der es Spaß macht, zu lernen
- in der Gemeinschaft und Miteinander groß geschrieben werden
- die uns Schüler nicht ausschließlich nach Leistung beurteilt, in der es keinen Auslesedruck gibt
- in der ich Fehler machen darf, die mich mit all meinen Schwächen annimmt und mir beibringt, richtig damit umzugehen
- in der man mich mitkommen lässt, die mich für den Lernstoff begeistert, die mich ermutigt und die mit mir geduldig ist
- die meine Stärken erkennt und meine Fähigkeiten fördert, die mir Zeit lässt für eigenes Tun und Handeln
- an der ich mich geborgen fühle, die für mich fast wie ein zweites Zuhause ist
- die mich bestmöglich auf mein Leben vorbereitet

Ich träume von einer Zukunft

- mit guten Ausbildungs- und Berufschancen, von emer Zukunft mit sicheren Arbeitsplätzen
- mit einer lebenswerten Umwelt, mit einer Gesellschaft, In der Miteinander und Füreinander an erster Stelle stehen

Alles nur Träume? Nein! Vieles davon dürfen wir an unserer Schule bereits erleben, und so manche Träume werden hoffentlich noch wahr. Zur Verwirklichung brauchen wir Vorbilder, die für uns Verständnis haben, die uns vertrauen, die uns ernst nehmen, die uns Mut machen, die einfuhlsam sind, die zu uns offen und ehrlich sind und uns die nötigen Freiräume geben.
Ein Dankeschön an die HS Pfronten fiir das Überlassen dieser Texte, sie gelten fiir uns hier an der Schillerschule in Augsburg ebenso wie fiir viele andere Schulen.

W. Greß

   
   
   
   
   
   
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